Aktuelle Filme

Aga

17. JAN | 20.30h

Regie: Milko Lazarovs

Nanook und Sedna leben von der Rentierjagd in den arktischen Weiten Sibiriens. Sie sind die letzten ihrer nomadisierenden Sippe und dabei selber in die Jahre gekommen; zu ihrer Tochter Aga haben sie den Kontakt verloren. Und auch die Natur verändert sich: Das Eis taut jedes Jahr früher, die Tiere bleiben aus. Was das Paar aufrecht hält, das sind Erinnerungen und die alten Erzählungen ihres Volkes. Milko Lazarovs Film bietet eine eindrückliche Studie über die Vergänglichkeit, getragen von traumhaften Landschaftsbildern.

Der Anachronist

17. JAN | 18.00h

Regie: Christian Knorr

Er war Bauernbub und Künstler, kam weit herum und blieb dennoch verwurzelt. Der Berner Werner Schwarz (1918-1994) lebte den Widerspruch, schuf darüber ein reiches Werk und faszinierte als selbstbewusster, kreativer Aussenseiter. Zu seinem hundertsten Geburtstag hat Christian Knorr eine äusserst dichte Hommage geschaffen, die sich nicht nur auf Film- und Fotomaterial stützt, sondern auch Wegbegleiter des "Anachronisten" zu Wort kommen lässt, darunter der Schriftsteller Lukas Hartmann und Alt-Nationalrat Helmut Hubacher. Ein Künstlerporträt, das Anleitung gibt, wie sich in der Schweiz anders leben liesse.

Los Perros

18. JAN | 20.30h

Regie: Marcela Said

Mariana gehört einer Familie an, die in der Pinochet-Ära zu Reichtum gekommen ist. Sie wird einmal die Firma ihres Vaters erben, doch vorläufig hat sie nichts zu sagen. Zudem ist sie in einer lieblosen Ehe gefangen. So findet die Vierzigjährige Trost bei ihrem Reitlehrer, von dem sich aber herausstellt, dass er als hoher Militär an den Verbrechen der Junta beteiligt war. Mit ihren Nachfragen stösst Mariana auf eine Mauer des Schweigens, nur kommen immer deutlicher die Verstrickungen der eigenen Familie ans Licht. Die Chilenin Marcela Said erzählt von einer eigenwilligen Frau, die sich in einer machistischen Männerwelt behaupten muss, in einer Gesellschaft auch, die latent gewaltbereit und nicht wirklich in der Demokratie angekommen ist.

Glaubenberg

18. JAN | 18.00h

Regie: Germinal Roaux

Lena ist 16 und ihre Sinnlichkeit erwacht. Fatalerweise richtet sich ihr erotisches Interesse aber auf den älteren Bruder Noah, dem sie seit der Kindheit tief verbunden ist. Davon schockiert, zieht Noah sich zurück und setzt sich schliesslich sogar ins Ausland ab. Doch das macht die Sache noch schlimmer, Lenas Begehren steigert sich zum Liebeswahn, in dem die Grenzen zwischen Realität und Vorstellung mehr und mehr verschwimmen. Mit Anlehnung an eine Geschichte aus Ovids Metamorphosen erzählt Thomas Imbach vom Sog und der Tragik einer verbotenen Leidenschaft.

À L'École des Philosophes

21. JAN | 18.00h

Regie: Fernand Melgar

Sie sind Kinder und gehen zur Schule wie andere auch. Und dennoch sind sie anders, nämlich beeinträchtigt in ihrer Konzentrationsfähigkeit, in der Kommunikation oder gar in ihren Bewegungen. Die feinfühlige Dokumentation von Fernand Melgar führt in ihren Schulalltag ein, zeigt ihre Mühen, aber auch die kleinen Fortschritte. Darüber hinaus gibt der Regisseur den BetreuerInnen Raum für Reflexionen und lässt auch die Eltern mit ihren Sorgen zu Wort kommen.

Sibel

22. JAN | 20.30h

Regie: C.Zencirci & G.Giovanetti

Die 25jährige Sibel lebt mit Vater und Schwester in einem Nest nahe der türkischen Schwarzmeerküste. Sie ist stumm, wird deswegen von der Dorfgemeinschaft als schwachsinnig eingestuft und ausgegrenzt. Der Vater allerdings gewährt ihr ungewöhnliche Freiheiten, gerade weil sie als nicht heiratsfähig gilt. Bei einem ihrer Streifzüge im Wald trifft sie auf einen verletzten Deserteur, den sie in der Folge versteckt und pflegt. Das verschärft noch die Ablehnung im Dorf, verändert aber Sibels Blick auf sich selber. Denn da ist jemand, der sie mit andern Augen sieht. Überzeugende Emanzipationsgeschichte des Regie-Tandems Zencirici und Giovanetti.

Ohne diese Welt

22. JAN | 18.00h

Regie: Nora Fingerscheidt & G.Giovanetti

Der Dokumentarfilm von Nora Fingerscheidt beleuchtet das Leben einer mennonitischen Gemeinde, die sich in unzugänglichem Gebiet im Norden Argentiniens niederge-lassen hat. Diese Gruppe möchte ganz ohne die Segnungen der modernen Welt auskommen und wie im 18. Jahrhundert leben, einfach und gottesfürchtig. So ernähren sich ihre Mitglieder karg von Ackerbau und Viehzucht und dürfen keinerlei neumodisches Gerät besitzen. Die Regisseurin begegnet dieser fremd anmutenden Gemeinschaft mit grossem Respekt, dafür wurde ihr Film 2017 mit dem Max-Ophüls-Preis (Dokumentarfilme) ausgezeichnet.